Als Strategin und gleichzeitig tatkräftige Macherin habe ich in den vergangenen Monaten viel gelesen, viele Gespräche geführt – mit Wissenschaftlerinnen, Journalisten, Praktikerinnen, Meinungsforschern, Aktivistinnen, Unternehmern, Kommunikationsprofis. Jede dieser Begegnungen hat meine These bestätigt und meine Idee geschärft: Wir müssen aufhören, nur zu reagieren – und anfangen, selbst zu bestimmen, welche Themen unsere Gesellschaft prägen sollen.
Kein Thema ist von sich aus relevant – es wird erst bedeutsam, wenn Menschen es mit ihrem eigenen Leben verknüpfen (René Borbonus). Genau das gelingt uns zu selten. Zu oft lassen wir uns von Empörung treiben oder stecken unsere Zeit darein, Falschmeldungen zu Entlarven. Damit geben wir unsere Energie in die Agenda anderer und tun genau das, was populistische Kräfte erreichen wollen.
Dieser Zustand führt uns (mich zumindest) in einen Dauerkrisenmodus, eine „Problemtrance“, die uns lähmt. Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner lädt daher folgerichtig dazu ein, nicht nur danach zu fragen, wogegen sind wir – sondern vor allem uns selbst und andere zu fragen, wofür wir sind? Welche konkreten Ziele wollen wir erreichen? Was ist uns wichtig? Wie soll die Zukunft aussehen?
Ich bin daher überzeugt, dass wir Zukunftsbilder brauchen, die jede:r versteht. Und dass wir über Themen sprechen müssen, die für alle Menschen relevant sind: Dazu könnten z.B. bezahlbares Wohnen und bezahlbare Dinge für den täglichen Gebrauch zählen, gute Bildung, verlässliche Betreuung für Alt und Jung, eine funktionierende Gesundheitsversorgung, gute Kontakte, Anbindung und digitale Netzversorgung – aber auch Vorsorge für Sicherheit und Zukunft.
Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen, selbst über unterschiedliche Interessen und große Differenzen hinweg, ist dabei entscheidend. Eine Kultur des „Ja, und“ statt des „Ja, aber“ öffnet Räume, in denen ein gemeinsames Gestalten möglich ist (Kristina Lunz). Das ist keine Verwässerung, sondern politisch klug – weil es den Blick auf das Gemeinsame lenkt. Und genau das machen die Feinde der Demokratie und der Menschenrechte viel besser als wir Befürworter – so meine Beobachtung – sie verlieren sich weder im Kleinklein (was nicht bedeutet, dass Präzision und systemisches Denken nicht wichtig sind) noch suchen sie nach 100%iger Übereinstimmung in der Position. Es geht ums Prinzip und um die Wirkung, die sie erzielen wollen.
Wäre das nicht auch übergangsweise was für uns?
Wir brauchen nicht nur solo-Held:innen. Wirkung entsteht, wenn Menschen im Miteinander handeln – wenn genügend sichtbar in eine Richtung gehen, wird dieses Handeln zur neuen Norm und es verändert, was wir alle für möglich halten (Maja Göpel).
Darum erarbeite ich demnächst mit Expert:innen aus Politik, Wissenschaft, Medien, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einer strategischen Agenda, die diese gemeinsamen Themen sichtbar macht – und so erzählt, dass sie in Köpfen und Herzen ankommt.
Wer sich mit Erfahrung, Perspektive oder Reichweite in diese Arbeit einbringen möchte, meldet sich gern direkt bei mir.